Grundlage
Was eine Wurzelspitzenresektion ist — und wann sie notwendig wird
An der Zahnwurzelspitze kann sich trotz sorgfältiger Behandlung eine Entzündung halten: Bakterien nisten sich im Bereich der Wurzelspitze ein, es entsteht Entzündungsgewebe — ein Granulom, in manchen Fällen eine Zyste oder ein Abszess mit Eiter. Auf der Röntgenaufnahme zeigt sich die Zahnentzündung als dunkler Schatten am Knochen.
Wenn eine vorherige Wurzelbehandlung nicht den gewünschten Erfolg brachte oder ein erneuter Zugang über die Zahnkrone nicht möglich ist — etwa wegen Stift oder Krone —, ist die Wurzelspitzenresektion eine mögliche Behandlungsoption: Statt den Zahn zu ziehen, wird die entzündete Wurzelspitze chirurgisch abgetragen. Oft ist die Wurzelspitzenresektion die letzte Möglichkeit, den Zahn zu erhalten — und damit gelebte Zahnerhaltung.
So verläuft eine Wurzelspitzenresektion
Diagnostik und Planung
Röntgen- oder 3-dimensionale Aufnahme zeigen Lage und Ausdehnung der Entzündung. Wir prüfen die Erhaltungswürdigkeit des betroffenen Zahnes ehrlich — reseziert wird nur, was Aussicht auf Erfolg hat.
Örtliche Betäubung
Der Eingriff findet in Lokalanästhesie statt — auf Wunsch mit Sedierung, bei ausgeprägter Zahnarztangst auch Analgosedierung oder Vollnarkose. Schmerzen? Fehlanzeige.
Zugang und Resektion
Der oralchirurgische Kern des Eingriffs: Zahnfleisch und die Knochenhaut werden schonend gelöst, der Zugang an der Zahnwurzel freigelegt. Die Wurzelspitze wird um etwa 3 mm gekürzt und das entzündete Gewebe vollständig entfernt.
Retrograde Wurzelfüllung
Der Wurzelkanal wird von der Wurzelspitze her — retrograde — gereinigt, desinfiziert und mit Spezialzement bakteriendicht versiegelt.
Vernähen und Nachsorge
Die Wunde wird vernäht, Sie erhalten klare Regeln für Kühlung und Wundheilung. Nach wenigen Tagen ist die Wunde reizlos, nach 7–10 Tagen ziehen wir die Fäden.
Übersicht
WSR, Wurzelbehandlung oder Extraktion?
Wurzelkanalbehandlung
Der Standardweg bei entzündetem Zahnmark: Die Wurzelbehandlung reinigt die Wurzelkanäle von innen — bei den meisten Zähnen genügt das dauerhaft.
Revision
Flammt die Entzündung wieder auf, kann die Wurzelfüllung erneuert werden — sofern der Zahn über die Krone zugänglich ist.
Wurzelspitzenresektion
Zeigt das Röntgenbild, dass die Entzündung trotz allem bleibt, löst die Resektion das Problem direkt an der Wurzelspitze — der Zahn bleibt, der Entzündungsherd geht.
Extraktion
Ist ein Zahn nicht mehr erhaltungswürdig, wird er schonend entfernt — und die Lücke geplant versorgt, etwa mit einem Zahnimplantat.
Stabil halten
Gute Mundhygiene und regelmässige Zahnprophylaxe schützen das Ergebnis — Kontrolle inklusive Röntgenbild nach einigen Monaten.
Erfolg
Chancen und Risiken: was die WSR leistet
Die Erfolgsrate der Wurzelspitzenresektion ist gut: In der Mehrzahl der Fälle heilt der Knochen um die gekürzte Wurzel vollständig aus, und der Zahn bleibt viele Jahre stabil — auch bei Backenzähnen, den Molaren, mit ihren mehreren Wurzelspitzen. Die Wurzelspitzenresektion in unserer Praxis verbindet langjährige Erfahrung mit moderner Technik: Vergrösserung, saubere Wurzeloberfläche und die retrograde Versiegelung haben den Behandlungserfolg deutlich verbessert; grössere Defekte werden bei Bedarf mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.
Risiken bestehen wie bei jedem operativen Eingriff — Schwellung, Nachblutung, in seltenen Fällen die Nähe zu Nerv oder Kieferhöhle. Wir besprechen Chancen und Risiken vor dem Eingriff offen und ehrlich. Und sollte die Entzündung bereits zu weit fortgeschritten sein, sagen wir das auch — dann planen wir gemeinsam die Alternative, von der Zahnbrücke bis zum Implantat. Bei akuten Schmerzen oder einem Abszess sind wir als Notfall-Zahnarzt kurzfristig da.